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<title>Riesenmaschine - das brandneue Universum</title>
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<lastBuildDate>Fri, 10 Sep 2010 16:12:30 +0200</lastBuildDate>
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<title><![CDATA[Endlich! Mit Video!]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="youtube"><object width="320" height="200"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/k_Efr2TaEPo?fs=1&amp;hl=en_US"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/k_Efr2TaEPo?fs=1&amp;hl=en_US" type="application/x-shockwave-flash" width="320" height="200"></embed></object></span>Wie oft hat man nicht schon behauptet, die Zukunft sei da. Zum Beispiel 1620, 1875, 1911, 1975 und 1992. Und den absurden Claim von 2005 natürlich. Aber kann es wirklich eine Zukunft geben, in der man sich seine Schnürsenkel selbst zubinden muss? Eine Frage, die Blake Bevin aus dem nebelverhangenen San Francisco in <a href="http://www.technovelgy.com/ct/Science-Fiction-News.asp?NewsNum=2993">jahrelangen</a> Bemühungen erhängt und gevierteilt hat, und zwar mit den <a href="http://www.kickstarter.com/projects/1230434124/power-laces">Power Laces 2.0</a>, den ersten Schuhen mit selbstzubindenden Schnürsenkeln, auf der gesamten Welt. Endlich. Wir sind keine Schnürsenkelzubinder mehr. Jetzt werden uns die Aliens nicht mehr auslachen.</p>]]></description>
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<dc:creator>Aleks Scholz</dc:creator >
<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 14:07:18 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Autos zu Chopper-Fahrrädern!]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/Autofahrrad1.jpg" width="250" height="187 alt=""></span><span class="bild"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/Autofahrrad2.jpg" width="250" height="187 alt=""></span>Man muss es so sagen: die gelungensten Exponate von Adrienne Göhlers gestern eröffneter und insgesamt sehenswerter Ausstellung <a href="http://www.z-n-e.info/">Zur Nachahmung empfohlen</a> in den Weddinger Uferhallen sind eindeutig und mit grossem Abstand die <a href="http://www.z-n-e.info/?root=2&kat=10&id=243&lang=de">aus einem Schrottauto destillierten Fahrräder</a> von Folke Köbberling &amp; Martin Kaltwasser. Nicht, dass man sich nicht über die von Superflex durchgeführte und dokumentierte <a href="http://www.z-n-e.info/?root=2&kat=18&id=249&lang=de">Flutung einer McDonald's-Filiale</a> amüsierte, mit Gewinn über Adib Frickes <a href="http://www.z-n-e.info/?root=2&kat=5&id=266&lang=de">Phrasenfragmente</a> meditieren könnte oder eine spontane Symbiose mit Antal Lakners <a href="http://www.z-n-e.info/?root=2&kat=11&id=244&lang=de">Pflanzenhaut</a> eingehen möchte &ndash; aber mit diesen Dingern will man einfach sofort durch ein Schwellenland oder einen Problembezirk seiner Wahl cruisen und dabei bescheuerte Hüte tragen. In Kleinserie gehen, bitte!</p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 13:13:06 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Drei Dimensionen sind mehr als zwei]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:465px"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/3d_kuh.jpg" width="465" height="384" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Brille auf und los. (Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/jimf0390/3425167411/">jimf0390</a> / <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">Lizenz</a>)</span></span><br><br clear="all">Mit einer Sonderbeilage und einer beigelegten 3D-Brille beglückte die <em>Berliner Zeitung</em> heute ihre Leser. Auf dem Titel wurde das Ganze bedeutsam angekündigt: "Beamen wie auf dem <acronym title="Als passendes Bild zum Thema war die Enterprise abgebildet. Nein, wir verstehen es auch nicht">Raumschiff Enterprise</acronym> &ndash; das klappt noch nicht. Aber Bilder in einer neuen Dimension zu erleben, das schon. 3-D heisst das Zauberwort der multimedialen Zeit. Ihre Berliner Zeitung führt sie in einer Beilage auf 24 Seiten durch diese faszinierende Welt. Brille auf und los."<br><br>Nun konnte man die Brille nicht direkt "auf" setzen, weil sie keine Bügel hatte, aber macht ja nichts: Wir begrüssen natürlich trotzdem, dass jetzt, 147 Jahre nach der Entwicklung des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anaglyphen">Anaglyphenverfahrens</a>, auch die Printzeitungswelt <span style="text-decoration:line-through;">in den 50er Jahren</span> im <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yFPQbnraeVg">multimedialen Zeitalter</a> angekommen ist (auch wenn wir bisher eher "Cyberspace", "Augmented Reality", "Hypertextualität", "Smartphone-Technologie" oder vielleicht noch "Diaporama", "Geruchskino" oder "Force Feedback" für dessen "Zauberworte" hielten). Toll auch, dass nebenbei noch eine neue Dimension entdeckt wurde &ndash; das kommt nicht so oft vor &ndash; und tatsächlich die gesamte Beilage in 3D gedruckt wurde, sogar die 12,5 &ndash; viel mehr als sonst! &ndash; Anzeigenseiten. Und in Farbe.<br><br>An dieser Stelle sei noch auf die bevorstehenden 4D-Wochen der Riesenmaschine hingewiesen. Eine von unseren professionellen Mitarbeitern sorgfältig redaktionell betreute Artikelserie beschäftigt sich umfassend mit <acronym title="Artikel, die man in einem Raum liest und wo beim Lesen die Zeit vergeht">4D-Journalismus</acronym> und unsere Anzeigenabteilung hält interessante Specials für den Aktionszeitraum bereit. Nutzen Sie jetzt den Frühbucher-Bonus!</p>]]></description>
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<dc:creator>Michael Brake</dc:creator >
<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 01:44:28 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Geostrategisches Denken 101]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/Economist.jpg" width="150" height="198 alt=""></span><span class="bild"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/Spiegelcover3.jpg" width="150" height="198 alt=""></span>Der Unterschied zwischen Europäern und Amerika sei, heisst es, <a href="http://www.nytimes.com/2003/03/05/books/books-of-the-times-americans-are-from-mars-europeans-from-venus.html">dass Europa nicht geostrategisch dächte, während die Amis den Globus als grosses Risiko-Spiel begreifen würden.</a> Zumindest für Deutschland kann man als Ursache annehmen, dass der erste Versuch in Sachen Weltherrschaft gründlich schiefgegangen ist. Aber auch das können wir von den USA lernen, und zwar einen anderen, toleranteren Umgang mit dem Scheitern: <em>Try again. Fail again. Fail better.</em> Zum besser Scheitern eröffnet sich jetzt, da im Westen Amerika abkackt und im Osten der aufgeweckte Riese China zur Morgengymnastik ansetzt, eine welthistorisch günstige Gelegenheit. In diesem Zusammenhang hier für alle angehenden Geostrategen in Berlin eine kleine Denksportaufgabe, die sich aus der Zusammenschau zweier aktueller Magazincover ergibt. Wenn der <a href="http://www.economist.com/">Economist</a> diese Woche aufmacht mit: "Contest of the Century &ndash; China v India" und der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/">SPIEGEL</a> zeitgleich titelt: "Die Rivalen &ndash; China gegen Deutschland: Kampf um die Weltmärkte" &ndash; wie muss dann unser natürlicher Verbündeter im Kampf um die Weltherrschaft heissen? Kleiner Tipp noch: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Harrer">Heinrich Harrer</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Subhash_Chandra_Bose">Subhas Chandra Bose</a> waren da schon einmal &ndash; wenn auch zur Unzeit &ndash; auf der richtigen Fährte...</p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 10:14:44 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Portrait der Madame von Loe auf ihrem Sofa]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/ipad0.jpg" width="300" height="225 alt=""></span><span class="bild"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/ipad1.jpg" width="300" height="225 alt=""></span><span class="bild" style="width:300px"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/ipad2.jpg" width="300" height="225" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Realitätsfiktionen bei der Arbeit.</span></span><br><br clear="all">Nachdem das iPad nun eine Weile in der Welt ist, die Wartelisten gut gefüllt, und die Plakate wieder abgehängt sind, wird es Zeit für ein in historischen Dimensionen denkendes Medium wie die Riesenmaschine, einmal nachzuschauen, was es denn mit den Realien hinter der so puristisch-real wirkenden Einführungskampagne auf sich hat. Das bemerkenswerte an dieser war ja, dass sie Authentizität durch Schlichtheit herzustellen versuchte, wodurch jedem sichtbaren Detail maximale Bedeutung zuwuchs und man hochgradige Inszeniertheit im Hintergrund witterte. Zu sehen waren aus subjektivem Kamerawinkel vor weissem <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20070726231723">Matrix-Hintergrund</a> die Rümpfe, und insbesondere die entspannt gelagerten Beine und topmodisch verpackten Füsse, die die eigentliche Aussage transportierten: <a href="http://stephan-uhrenbacher.com/die-wirkliche-bedeutung-des-ipad-nutzungssituation-sofa/421/">Das Internet wird zum Lean-back-Medium</a>. Dadurch konnten die Motive &ndash; auch das ein gewisses Novum &ndash; gänzlich ohne Text auskommen, bis auf die vier Buchstaben "iPad" und das Apple-Logo. Stimmt aber gar nicht. Auf den gezeigten Displays war sehr wohl Text zu sehen, eingebunden in alltägliche und wie schnappschussartig aufgenommene Nutzungssituationen &ndash; und die haben es durchaus in sich. Das annoncierte <a href="http://www.youtube.com/index?ytsession=nX0-G7VlYY6_4KV031IOUPTIeDg3vk-7kJz2u1claVVA3lSHJoG00QKuVdf3pjBlZkUrPs7hfSCPyJWKWUKjrMG5ohQLk16L9SQGYWvxBXoeZQlYTO4f-0uhr5JSCtaOLJ5S1uFCR-UEaqnDmnWooqwlIpt4nqnemVrOpv4XM3k8XgoAU64oO-7htuNLf7QpByzG-BjiS82PLs1Wf900rneE7E3KoOigU9FGVHHwPdhWqANI4l7R8JQE4eMAfjDXlanl6RDT-6ykvxPZZ7NJJfVRTnRSClE4IA5Nq155gHqSDHxgyPLCY-tuHhbRftv84q2qtlqDJaerztEzWfgFqDqzaiD2Cy9bRvNfv22b_SBbFoJmeMtsWhOh2juEcU_7XwoKP84iTfY">neue Youtube-Musikvideo von Juliette Lewis</a> beispielsweise ist hierzulande aufgrund von Urheberrechtsstreits in Deutschland nicht abrufbar. <br><br>Anspruchsvoller gerät die Realitätsfiktion im Falle von Facebook, womit sich ja auch <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20100309191358">andere Anbieter</a> bereits schwer getan haben. Aber Apple sollte das doch eigentlich hinbekommen. Da meldet also eine <a href="http://de-de.facebook.com/people/Theresa-von-Loe/100001235183655">Theresa von Loe</a> in himmelblauer Jeans und flachen Wildleder-Sneakers, offensichtlich frisch zurückgekehrt aus einem gelungen Surfurlaub in Südfrankreich, auf die Pinnwand-Anfrage einer gewissen <a href="http://www.facebook.com/profile.php?id=61145185">Nadine Nederbrö</a> (607 Freunde, darunter der Werber <a href="http://www.facebook.com/oliver.voss?hiq=oliver%2Cvoss&ref=search">Oliver Voss</a>, 14 Profilbilder), die cheesy Anmache eines <a href="http://www.facebook.com/search/?post_form_id=6580466d4176fa7bb17a70e3162c9bac&q=Timm%20weber&init=quick&sid=0.5439695836284912">Timm Weber</a> salopp ignorierend, dass sie, von Loe, sehr gern mit ihr, Nederbrö, Kaffee trinken gehen würde, wenn diese ausgepackt habe. Anscheinend waren die beiden nicht im selben Urlaub, sonst würde Nederbrö nicht ihre Ungeduld hinsichtlich des Wiedersehens thematisieren, aber kehren zufällig zeitgleich zurück. Vielleicht war sie vor dem Südfrankreich-Urlaub auch auf von Loes Party, die weiter unten Thema ist, und zu der <a href="http://www.facebook.com/people/Daniel-Frericks/1077084678">Daniel Frericks</a>, seines Zeichens Creative Director bei Jung von Matt, es leider nicht geschafft hat, von der ihm aber zu Ohren gekommen ist, "dass ihr viel Spass hattet!"<br><br>Wer ist nun aber diese am 14. Mai 1984 geborene, ergo 26jährige Theresa von Loe, die einen Ausschnitt ihres postadoleszent-bewegten Lebens voller "Quality Time" in einer Apple-Kampagne öffentlicher macht, als sie das inzwischen auf ihrer Facebook-Seite tut. Von den dort angezeigten 193 Freunden werden dem nicht persönlich befreundeten Nutzer (die Freundschaftsanfrage wurde noch nicht beantwortet) nur eine schmale Auswahl angezeigt, darunter ein Scherzkeks namens <a href="http://de-de.facebook.com/Schmuddel">Schmuddel Wetter</a> (129 Freunde), <a href="http://es-es.facebook.com/AkanitaLaMasBonita">Akanita López Momota</a> (aka Akane Bihac, 176 Freunde) und die freizügige <a href="http://de-de.facebook.com/people/Lynn-Klinkert/100000135078438">Lynn Klinkert</a>. Auch das Internet weiss nicht viel über Theresa von Loe. Handelt es sich um eine Praktikantin, die zufällig bei der adaptierenden Agentur im Weg stand, deren digitale Unbeflecktheit sie gerade für den Part prädestinierte? Oder doch um eine sehr gut gebaute fiktive Person, die wie wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zelig">Zelig</a> mit so vielen realen Personen umstellt wurde, dass sie am Ende echt erscheint? Und kann man das heute, im Zeitalter des Instant-Ruhmes und der Bastel-Identität überhaupt noch sinnvoll unterscheiden? Wie auch immer: Wir würden uns wundern, wenn Theresa von Loe gänzlich wieder in der Versenkung verschwände, aus der sie über uns kam. Der Google-Alert ist eingerichtet.<br><br><em>Update: Theresa von Loe hat unsere Freundschaftsanfrage akzeptiert, verfügt inzwischen über 266 Freunde, die sie als Fake beschimpfen, und postet Sätze wie " Ich geniesse die Stille am Rande des Nirgendwo ... einfach nur schön!"</em></p>]]></description>
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<dc:creator>Holm Friebe</dc:creator >
<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 13:55:22 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Hysterische Schuhe]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:250px"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/Cranes_LiChen_Namoc_CYS.jpg" width="250" height="407" title="Foto: Christian Y. Schmidt" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Li Chen: He &ndash; Cranes &ndash; Kraniche</span></span><br><br clear="all">Wahrscheinlich wird man späteren Generationen nicht mehr genau erklären können, weshalb im ersten Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts die Menschen auf sämtlichen Kontinenten dieses Planeten plötzlich mit <a href="http://www.time.com/time/specials/packages/article/0,28804,1991915_1991909_1991743,00.html">Plastikschuhen</a> herumliefen, die einerseits so aussahen, als würden sie pausenlos schreien, wenn sie nur einen Mund hätten, die andererseits aber auch einen penetranten Eigengeruch verbreiteten, und die zudem im Verhältnis zu ihren lächerlich geringen Herstellungskosten sehr teuer waren.  Man wird es vielleicht darauf schieben, dass dieses erste Jahrzehnt ja als das "hysterische" in die Geschichte einging. Es begann damit, dass alle fürchteten, die <a href="http://www.force18.co.uk/i-survived-the-milliennium-bug-tshirt-p-660.html">Apokalypse</a> bräche an, nur weil sich ein Datum änderte. Später glaubte fast jedermann, ein Präsident würde eine andere Politik machen, nur weil seine Haut leicht anders gefärbt war als die seines Vorgängers. Und gegen Ende der Dekade <a href="http://tinyurl.com/35m3tb9">schäumten</a> Menschen wochenlang vor Wut, weil andere Menschen in Fussballstadien, die zehntausend Kilometer entfernt waren, in Plastiktröten bliesen. <br><br>Ganz genau aber wird man sagen können, wann der hysterische Schuh zu Kunstgeschichte wurde. Das war auf einer <a href="http://www.namoc.org/en/Exhibitions/201006/t20100625_126464.html">Sammelausstellung der Neun-Drachen-Berg-Galerie</a>, die im Juli 2010 im Pekinger <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/National_Art_Museum_of_China[/url">National Art Museum of China</a> stattfand. Gemalt hat das richtungsweisende Bild ebenfalls 2010 der Nachwuchskünstler Li Chen, der es "Kraniche" nannte. Später sollte dieses Gemälde als Zeichen dafür gedeutet werden, dass das hysterische Jahrzehnt zu Ende ging.</p>]]></description>
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<dc:creator>Christian Y. Schmidt</dc:creator >
<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 15:10:39 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[RM-Beitrag bei 36° im Schatten]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:300px"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/mauzie_car.jpg" width="300" height="380" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Jetzt geht's ja wohl los!</span></span><br><br clear="all">Wer dachte, der Berliner Gebrauchtwagenmarkt läge in der schwieligen Hand libanesischer und albanischer Clans, darf sich entspannen: ab sofort geben Mauzie und Wauzie den Ton an und holen den Wagen &ndash; sofern man dem Foto auf der Rückseite glauben darf &ndash; auch direkt selbst ab! Die Kinder werden Augen machen, wenn sich das 4 m grosse Kätzchen hinter das Steuer klemmt ... <br>Vielleicht ist aber auch alles nur eine billige, zynische Masche besagter Clans, die denken: "Kinder und Tiere &ndash; das zieht immer!" und es in diesem Falle sogar bis in die Riesenmaschine mit ihrem Kärtchen geschafft hätten! Nicht auszudenken!!!</p>]]></description>
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<dc:creator>Martin Baaske</dc:creator >
<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 19:00:11 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Gentrifizierung mit menschlichem Antlitz]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:250px"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/spritze2.jpg" width="250" height="333" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Wasser, Seife, Fön, Spritze; in Zürich wird nichts vergessen. Bild: Ph. Hübner</span></span><br><br clear="all"> <span class="bild" style="width:250px"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/spritze1.jpg" width="250" height="333" alt=""><br><span class="bildunterschrift">In Zürich haben auch Drogenkonsumenten ein Recht auf gutes Design und hübsche Piktogramme.</span></span><br><br clear="all">Wir erinnern uns: Bis ca. 2007 war die Zürcher Josefswiese ein ganz normaler, kleiner Park in Zürichs Kreis 5. Familien, Szenis und ein paar Randständige verbrachten dort ihre Abende im Schatten der Kehrrichtsverbrennungsanlage und des historischen Bahnviadukts. Doch irgendwann 2008 muss Rolf Vieli, dem Leiter des Aufwertungsprojekts Langstrasse Plus &ndash; einer Art städtischen Büros für Gentrifizierung &ndash;  zu Ohren gekommen sein, dass auf der Josefswiese hin und wieder Drogen konsumiert werden und dass der Kiosk wieder einmal neu gestrichen werden müsste. <br><br>Es wurde bei Fachleuten für Sozialforschung und Sozialanalyse ein <a href="http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/sd/Deutsch/Soziokultur-ML/Publikationen%20und%20Broschueren/GWA%203.4.5/Schlussbericht_Josefswiese_2009.pdf">Gutachten</a> in Auftrag gegeben, das auf gut 50 Seiten das Verhalten der Städter nach Geschlecht (40% Weiblich, 49% Männlich, 11% unbestimmt, siehe  S.4), Aufenthaltsbereich, Aktivität, Bewegungsabläufe, Art der Bewegung, Konsum, Image, Konflikten und Hunden in Abhängigkeit der Sonnenscheindauer und des Temperaturverlaufs analysierte. Neben der Erkenntnis, dass nachts weniger Kinder anzutreffen und "Telefonkabinen, Abfallkörbe, Lichtkörper und Sitzgelegenheiten" nicht nur "gut platziert", sondern auch "einheitlich gestaltet" sind (S.52 f), wurde festgestellt, dass eigentlich alles ganz gut, sicher und sauber ist. <br><br>Das Problem wurde nun auf gewohnt zürcherische Art angegangen: mit viel Geld und gründlich. Die ganze Anlage wurde komplett saniert, der denkmalgeschützte Kiosk perfekt instand gestellt, die Eis-Auswahl auf die üblichen LOHAS-Sorten <acronym title="sinngemäss">(mit Bio-Agavendicksaft gesüsst, in Zürich unter fairen Bedingungen hergestellt, von Fahrradkurieren ausgeliefert) </acronym> umgestellt. Dass nicht nur der Umbau, sondern danach auch das Bier gerne ein bisschen mehr kosten darf, daran hat man sich in Zürich mittlerweile gewöhnt.<br><br>Nur dort, wo vorher ein paar gewöhnliche Toiletten waren, finden sich jetzt diese pflegeleichten Chromstahlboxen, die es mittlerweile auch auf jeder Schweizer Autobahnräststätte gibt &ndash; eine All-in-One-Lösung, die für alle Anwendungen mit einem einzigen grossen Becken auskommt, was wir an dieser Stelle nicht näher erklären wollen. Hier kollidierten wohl die Anliegen der WC-Behörde (<a href="http://www.stadt-zuerich.ch/gud/de/index/gesundheit/gesundheitsschut_hygiene/zueriwc.html">"Züri-WC" &ndash; sauber und sicher)</a> mit denen der Aufwertungsstelle. <br><br>Doch natürlich wäre Zürich nicht Zürich, wenn man nicht einen Kompromiss gefunden und dieses Standardmodell noch ordentlich aufgebohrt hätte: Anstelle der Chromstahlwände finden sich hübsche, rückwärtig grau-blau gespritzte Glaswände, die Decke ist aus hinterleuchtetem Milchglas gefertigt. Und falls sich doch irgendwann noch ein Randständiger in die nunmehr schicke "Josi" verirren sollte, wurde mit dem separaten Einwurf für gebrauchte Spritzen auch seinem Bedürfnis nach einer ordentlichen Mülltrennung Rechnung getragen.</p>]]></description>
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<dc:creator>Lukas Imhof</dc:creator >
<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 13:36:05 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Die Quadratur des Landkreises]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:270px"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/rmlogo.gif" width="270" height="158" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Das Logo der Riesenmaschine verbindet Tradition und Moderne, Rundes und Eckiges, Weisses und Schwarzes.</span></span><br><br clear="all">Die Stadtlogo-Sammlung von Wilfried Weisenberger, <a href="http://www.stadtlogo-design.de/">stadtlogo-design.de</a> (via <a href="http://www.google.com/buzz/104598105195566086405/VLTfY86e1Cq/St%C3%A4dtelogos-satt-Fontblog">Sven Dietrich bei Buzz</a> / <a href="http://www.fontblog.de/">Fontblog</a>), bietet einen gründlichen Einblick in die Welt des Städtemarketings. Es ist eine Welt der geometrischen Figuren in Primärfarben, die in immer <acronym title="na ja, doch, auf eine Art, mit etwas gutem Willen">neuen</acronym> Kombinationen "für Geschichte, Gegenwart und Zukunft" stehen, "für Tradition und Moderne", "Einheit in der Vielfalt" sowie für das Wechselspiel von irgendwas und irgendwas anderem. Weniger in die Zukunft blickende Personen werden es leicht finden, sich darüber lustig zu machen und zu fragen, ob im Landkreis Karlsruhe etwa ein erschreckender Mangel an Ecken herrscht, denn "<a href="http://www.stadtlogo-design.de/2010/07/03/landkreis-karlsruhe/">Es sind die äusserlich von jedem wahrnehmbaren Aspekte des Kreises, die &ndash; weil unveränderlicher und in diesem Sinne auch aktueller &ndash; das neue Erkennungszeichen aufgreift</a>."<br><br>Wir möchten hingegen darauf hinweisen, dass das Geld wieder einmal auf der Strasse liegt. Die Aufgabe ruft nach einem einfachen Grafiktool, das ein Zufallslogo und dessen Begründung erzeugt, genaugenommen <acronym title="gefunden von Thomas Weyres">gibt es</acronym> mit <a href="http://www.logo-de-ville.fr/">www.logo-de-ville.fr</a> sogar schon einen kostenlosen &ndash; frankreichbedingt etwas lilienlastigen &ndash; Prototypen. In der noch zu schreibenden Premiumversion sollten die Farben des Stadtwappens berücksichtigt und eine Powerpoint-Herleitung generiert werden. Die Royalschnafteversion vermeidet gestürzte Schriften und enthält zwei lokaljournalistische Betrachtungen mit kritischem Grundton, eine davon mit versöhnlichem Ausklang. Tausende von Grafikern können so vom Städtelogoentwerfen freigestellt und <acronym title="Geschäftsberichte, Postwurfsendungen, Hochzeitsanzeigen im Freundeskreis">artgerechter beschäftigt</acronym> werden. <a href="http://www.stadtlogo-design.de/2010/06/19/inwil/">Der Punkt am Ende dieses Beitrags bedeutet "wir bringen es auf den Punkt" und wissen was wir wollen</a>. <br></p>]]></description>
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<dc:creator>Kathrin Passig</dc:creator >
<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 11:42:28 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Free Repair]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:465px"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/free_repair_1.png" width="465" height="146" alt=""><br><span class="bildunterschrift">"Ach, ich bitte Sie, das ist doch eine Selbstverständlichkeit, gerne geschehen, auf Wiedersehen, Herr Filialleiter"; Bilder: (c) Roland Roos</span></span><br><br clear="all">Alles wird ja immer schlechter, geht den Bach runter und kaputt, zumindest solange es nicht gehätschelt und gepflegt und von Kabelbindern zusammengehalten wird. Werden die physischen Dinge der Welt nicht von einem ständigen Strom aus Aufmerksamkeit, Geld und Schweiss versorgt, sind sie allesamt schnell defekt und am Arsch. Im öffentlichen Raum beschleunigt das, was in bürgerlichen Kreisen gerne als "Street Art" bezeichnet wird, diesen Prozess leider oft noch zusätzlich. Eine löbliche Ausnahme hat die Riesenmaschine bereits <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20090619033913">beschrieben</a>, doch Roland Roos berührt mit seinem Projekt <a href="http://www.rolandroos.net/index.php?/free-repair/"> "Free Repair"</a> noch deutlicher den Kern des Problems. <br><br>Roos reiste zwei Jahre durch Europa und reparierte &ndash; ohne Auftrag, aber auch ohne Erlaubnis &ndash; alles, was ihm Kaputtes zwischen die Finger kam: Zäune, Strassen, Möbel, Schilder, Firmenlogos, Beschriftungen, Fenster, Schaufenster oder Autoreifen. Roos hat eine handwerkliche Ausbildung und arbeitet  professionell und mit gewohnt schweizerischem Perfektionismus. Die meisten Interventionen sind also, kaum abgeschlossen, gar nicht mehr sichtbar. <br><br>Schon die Vorstellung, wie der Leiter einer kleinen Filiale eines Discounters eines Morgens ins Geschäft kommt und das defekte Firmenschild, dessen Reparatur er schon so lange aufgeschoben hatte, einfach wieder ganz ist, macht grinsen. Doch die Vorstellung, wie Roos in einem OBI-Baumarkt Werkzeuge, Materialien und Farben kauft, um den OBI-Biber vor der Tür zu reparieren, und danach wortlos von dannen geht, birgt neben vielem anderen eine skurrile Grösse. <br><br>Roos ist wie ein Hilfswerk ohne moralischen Auftrag, das niemand wahrnimmt. Und sein Projekt ist so extrem gegen den Lauf der Welt und gegen jede ökonomische Vernunft gedreht, dass es dem Betrachter zeitweise fast unecht vorkommt. Doch es bleibt die Tatsache, dass einer einfach zwei Jahre durch die Welt geht, ihre Fehlstellen und Unzulänglichkeiten heilt, und die macht glücklich. <br><span class="bild" style="width:465px"><img src="http://riesenmaschine.de/bilder/upload/free_repair_2.png" width="465" height="144" alt=""><br><span class="bildunterschrift">"Wie? Ja, jetzt passts wieder... Neinnein, sie schulden mir nichts, war ja kaum anzuschauen, was die Herren Kollegen da gelegt haben." Bilder: (c) Roland Roos</span></span><br><br clear="all"> <br><br><br></p>]]></description>
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<dc:creator>Lukas Imhof</dc:creator >
<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 16:27:05 +0200</pubDate>
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